Opel Rekord P1

Haus in Weyhe Schaukel Kräuterschnecke Sitz im Grünen oder auch Bushaltestelle Oldtimer: Opel Rekord P1
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Opel Rekord P1 und P2





Die Geschichte von "Kurt"

Das ist "Kurt". Aber warum eigentlich "Kurt". Das ist ganz einfach: Kurt hieß der erste Besitzer dieses Wagens. Er fuhr damit 29 lange Jahre im Großraum Hamburg. Wahrscheinlich ist er zu alt geworden zum Fahren, als er den Wagen an eine Familie aus Winsen-Luhe verkaufte. Diese haben ihn dann gehegt und gepflegt, bis er dann an einen neuen Freund kam. Dieser neue Freund hat ihn nach 6 Jahren Standzeit in einer Garage im Jahre 2004 an mich verkauft. Technisch war er in einem relativ guten Zustand, bis auf die Bremsen. Ich habe einen Winter gebraucht, um ihn fit zu machen. Der TÜV hat dann im April 2005 auch sein JA Wort gegeben. Seitdem sind wir die besten Freunde und fahren durch die Lande. Wir, Kurt und ich, sind richtig gute Freunde geworden. Es klingt zwar komisch, aber er hat mich noch nie im Stich gelassen.


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Jedes Wochenende fahren wir beide los, um für die ganze Familie die Brötchen zu holen. Fast jeder in unserem Dorf kennt uns bereits. Man erkennt das daran, dass die Leute bei unserem Anblick nicht gleich in eine Genickstarre verfallen.

Ansonsten nehmen wir an allen Oldi-Treffen der Region teil. Wobei teilnehmen heißt, dass wir hinfahren und uns bestaunen lassen und selbst andere bestaunen. Manchmal kommt auch ein gutes Gespräch dabei heraus. Meistens hört man allerdings "so einen hatte ich auch mal" oder "das war mein erster Wagen in meiner Jugend".

Die Bremsen von "Kurt"

Als ich den Wagen im August 2004 gekauft habe, waren die Bremsen nach jahrelanger Standzeit komplett fest. Es bewegte sich fast nichts mehr. Den Weg auf den Trailer hat er dennoch unter großer Mühe selbst geschafft. Auch in die heimische Garage hat er es ohne fremde Hilfe hinbekommen. Dies war auch der erste gemeinsame Weg in unserem Leben. Darauf folgte ein Winter, der mit Hammer und Schraubenschlüssel begann und mit Bremsflüssigkeit und neuen Zündkerzen endete. Im März 2005 sollte dann der Weg zum TÜV folgen, der aber am geplanten Termin wegen eines defekten Radbremszylinders geplatzt ist. Also noch schnell einen Reparatursatz verbaut und wieder einen Termin beim TÜV gemacht. Am besagten Morgen ist dann der Bremsschlauch zu den hinteren Bremsen kaputt gegangen (somit ist klar, alles sollte erneuert werden, wenn der TÜV naht). Ich habe dann schnell noch einen Schlauch bei einem Teilehändler in der Nähe besorgt und eingebaut. Der TÜV hat dann eine neue Plakette aufgeklebt und alle waren glücklich.

Was habe ich daraus gelernt:

  •  nichts überstürzen, in der Ruhe liegt die Kraft
  •  Ersatzteile nach Muster bekommt man auch im Autoteile Zubehörmarkt
  •  die Teile sind günstiger als beim Oldihändler
  •  und alles kann man an so einem Auto selbst machen

Die Reifen und Felgen

Seitdem der TüV die begehrte Plakette auf das Nummernschild geklebt hat, fahren wir jedesmal mit einem leichten wackeln im Lenkrad durch die Gegend. Ich habe mich daher entschlossen die Reifen zu erneuern. Es sollten natürlich die mit dem Weißwand sein, ist doch klar. Nur wo bekommt man die Reifen zu günstigen Preisen und von guter Qualität? Im Internet findet man schnell Hilfe. Ich habe mich für www.oldtimerreifen-moeller.de entschieden, weil er zum Einen der günstigste war, und zum Anderen, in relativer Nähe zu meinem Arbeitsort liegt. Ich konnte die Reifen abholen und habe somit die Versandkosten gespart.
Bevor die neuen Reifen montiert werden können, müssen die Felgen restauriert werden. Bei den Felgen hat keiner der Besizter des Wagens je etwas gemacht. Warum auch, es sieht ja auch keiner, es ist ja auch ein Zierring und eine Radkappe davor. Schaut selbst, was unter dem Zierring und der Radkappe zum Vorschein gekommen ist.

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Nachdem ich dann die Reifen gründllich entrostet habe, ging es mit einem Rostschutz weiter. Hierzu habe ich Zinkspray benutzt. Es soll ja unwahrscheinlich gut und lange schützen. Ich habe damit keinerlei Erfahrung gehabt, muss aber sagen, dass es leicht zu verarbeiten ist und sehr schnell trocknet. Dannach habe ich die Felgen mit normalem schwrzen Lack besprüht.

Und so sieht es dann aus, wenn die Reifen auf den Felgen und die Felgen am Auto montiert sind.

Opel Rekord P1 Baujahr 1958

Der Wagen neben Kurt ist übrigens Knut. Es handelt sich hierbei um einen Opel Rekord P2, Baujahr 1961. Dieser Wagen gehört meinem Freund. Wir sind jetzt zusammen auf den Treffen in unserer Gegend zu finden.

Der Auspuffkrümmer und die Vorwärmklappe

Seitdem wir nun leicht schwebend durch die Lande ziehen, wegen der neuen Reifen, habe ich die Zeit, mich um andere, leicht nervende Dinge zu kümmern. Ich habe festgestellt, dass mein "Kurt" im Standgas doch leicht ruckelt und hustet. Als ich den Vergaser zum dritten Mal sauber gemacht habe und auch die Zündung nicht verstellt ist, ist mir aufgefallen, dass die Vorwärmklappe im Auspuffkrümer fest ist. Die Vormwärmklappe ist für die Abgasrückführung zuständig. Im Leerlauf ist die Verbindung zwischen Ansaug- und Auspuffkrümmer leicht geöffnet, damit warme Abgase mit einem hohen nicht verbrannten Benzinanteil in den Verbrennungsraum zurückgeführt werden. Dies führt zu einem geringerem Verbrauch und einem ruhigerem Lauf im Leerlauf. Schluß mit langweiligen Erklärungen; diese Klappe ist fest. Der Motor läuft im Leerlauf unruhig, die Aktion "Vorwärmklappe" ist gestartet.

Und jetzt das Problem: Bei dem Ausbau des Krümmers sind vier von sechs Schrauben abgerissen. Die zwei vom Auspuff und zwei von der Befestigung des Ansuagkrümmers am Auspuffkrümmer. Mit den Schrauben am Motorblock hatte ich keine Probleme. Alles nicht so schlimm, es gibt ja Bohrmaschinen und gute Bohrer zum Ausbohren. Gesagt, getan. Die abgerissenen Schrauben wurden schnell und unkompliziert ausgebohrt. Den Rest der Schraube, den man immer stehen lassen muss, um das vorhandene Gewinde nicht zu beschädigen, kann man ja mit einem Linksdreher heraus drehen. Der Gedanke sehr löblich, die Ausführung schlecht. Der Linksdreher ist in der vor mindestens 30 Jahren zuletzt gelösten Schraubverbindung einfach abgebrochen. Was nun?? Keine Ahnung! Ausbohren geht nicht, das Material ist zu hart. Von innen ausschlagen hat geholfen, aber der Krümmer hat bei dieser Aktion etwas gelitten (Die Bilder sprechen für sich, erstes Bild).

Nun die Schrauben am Auspuff. Alle beiden haben nicht überlebt. Also schnell ausgebohrt und ein neues Gewinde geschnitten. Soweit, so gut. Auch dieser Gedanke ist OK, aber die Ausführung schlecht. Beim Gewindeschneiden ist ein Stück des Flansches abgebrochen. Ich denke, dass ich nicht groß genug vorgebohrt hatte. Jetzt heißt es, einen neuen Krümmer besorgen.

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Falls jemand weiß, wo ich einen Krümmer bekommen kann, dann bin ich für jeden Tipp dankbar. Leider ist mir dies hier passiert weil ich mit Euphorie an die Sache herangegangen bin. Eigentlich ist ein Urlaub mit meinem geliebten "Kurt" für morgen geplant. Pech gehabt. (Das Olditreffen in Walkenried wird in diesem Jahr ohne uns am 29.07.2007 stattfinden).

Tja, das war gestern. Heute ist ein neuer Tag und eine neue Nachricht. Ich habe es geschafft den Krümmer zu reparieren. Es tut sich die Frage auf, wie? Tja, etwas laienhaft, aber dennoch wirkungsvoll. Bei dem Auspufflansch habe ich ein Lochband als Verstärung eingesetzt. Und in den Krümmer selbst (Flansch für den Ansaugkrümmer) habe ich das Loch auf 10mm aufgebohrt und ein Helicoil eingesetzt. Jetzt läuft er wieder, mein "Kurt". Die Vorwärmklappe habe ich zwar nicht gangbar bekommen, aber es muss ja sowieso ein neuer Krümmer her.

Auf jeden Fall starten wir am 26.07.2007 in Richtung Walkenried. Wir sehen uns auf dem Geiersberg.

An dieser Stelle noch mal meinen herzlichen Dank an meinen Freund Klaus. Ohne Dich wären wir nicht so weit gekommen.

Nachdem ich nicht den passenden Krümmer gefunden habe, habe ich mich entschlossen es selbst in die Hand zu nehmen. Nur wie und wo ist das große Problem. Gross mmhh, ja genau, Mathias Gross heißt die Lösung. Matti ist ein Arbeitskollege von mir, der nicht nur Schweißen kann, sondern auch noch Lust dazu hat. Also habe ich nachgefragt und einen Termin gemacht. Zusammen haben wir dann den Krümmer in seine Einzelteile zerlegt. Die Vorwärmklappe hat am meisten Widerstand geleistet. Aber nachdem die Welle zersägt war, war auch dieses Thema Geschichte. Beim Herausschlagen der Welle sind die Buchsen im Krümmergehäuse mit zerbröselt. Tja, alles, was an der Vorwärmklappe mitsamt Welle und Buchsen zu retten war, war die Klappe selbst. Also hat Matti Maß genommen und Ruckzuck zwei neue Buchsen gedreht und eine neue Welle angefertigt. Dann haben wir alles zusammengesteckt und mit einem Schweißpunkt fixiert. Noch schnell das Gegengewicht angepunktet und ein paar Stehbolzen an den Krümmerflansch angeschweißt und die Schweißnähte poliert (soll ja auch ein wenig glänzen im Motorraum), und die ganze Angelegenheit war erledigt. Wir haben alles an zwei Abenden nach der Arbeitszeit fertig gehabt und sind immer noch Stolz auf unsere Arbeit. Nachdem ich den Krümmer mit einer funktionierenden Klappe in meinen "Kurt" eingebaut habe, sprang er super an und lief wie am ersten Tag. Ohne Ruckeln surt er vor sich hin. Die Vorwärmklappe funktioniert super.

Auch hier kann ich mich nur bei Matti für seine super Arbeit und sein Engagement bedanken.

Die vorderen Sitze

Im Laufe der Jahre hat sich der Faden an den Nahtstellen der vorderen Rückenlehnen in seine Bestandteile aufgelöst. Übrig geblieben sind nur kleinere Fetzen des originalen Fadens und einige Löcher. Zum Glück sind die Löcher nicht ausgerissen. Ich habe mir von einem Innenaustatter in meiner Region einen reißfesten Faden in hellgrau besorgt. Dazu brauchte ich noch eine Ahle zum Nähen und los ging es. Jetzt musste ich nur noch die vorderen Bezüge ausbauen. Anfangs habe ich gedacht, es ist am einfachsten, die ganze vordere Sitzbank auszubauen. Aber nach einiger Überlegung habe ich mich dann dazu entschlossen, nur die Bezüge zu demontieren. Es hat sich gezeigt, dass es recht einfach ist.

Am hinteren unteren Ende ist in den Bezug eine Feder eingearbeitet, an deren Enden ein Haken befestigt ist. Dieser Haken ist in den Rohrrahmen der Rückenlehne eingehakt. Mit dieser Feder ist die Rückenlehne gespannt. Nachdem ich den einen Haken ausgehängt hatte, drohte der Haken im Sitzbezug zu verschwinden. Die Feder entspannte sich eben. Ich habe dann einen Faden angebunden, um die Feder mitsamt Haken wieder aus dem Sitz heraus zu ziehen. Unterhalb der ersten Lage des Bezuges, ist die umgeschlagene Vorderseite mit kleinen Metallringen an der innen liegenden Federkonstruktion (erinnert an ein altes Feder-Lattenrost) des Sitzes befestigt. Diese Ringe habe ich aufgebogen und somit den Bezug vollständig an der unteren Seite geöffnet. Jetzt konnte ich den ganzen Bezug nach oben von der Rückenlehne abziehen.

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Das Nähen selbst hat sich als ein zeitraubendes Abenteuer heraus gestellt. Herausforderung war es, die vorhandenen Löcher der beiden unterschiedlichen Stoffe zu treffen. Mit der Ahle war es zwar schwer, aber nicht ganz unmöglich. Für eine Naht, von ungefähr 12 cm Länge habe ich fast drei Stunden gebraucht. Jetzt können die Könner in diesem Bereich zwar sagen: "Mann, bist Du langsam", aber ich habe das auch zum ersten Mal gemacht. Das Ergebnis finde ich nicht ganz schlecht.

Vergleich des rechten und linken Bezugs

Hier die beiden Bezüge. Der eine ist bereits genäht und der andere wartet noch auf die neuen Fäden an der richtigen Stelle.

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